Was für ein Jahr, was für eine Dekade – mit 2019 geht aber mehr als nur ein Jahrzehnt zu Ende. Für mich ist es auch ein langer Weg der persönlichen, physisch und psychischen sowie auch spirituellen Entwicklung, die nun in eine neue Phase aufbricht. Vielleicht geht es dir, liebe/r Leser/in, ähnlich. Vielleicht hast auch du die letzten Tage und Wochen viel reflektiert? Für mich persönlich waren es auf jeden Fall einige inspirierende Wochen voller Introspektion und dabei habe ich viel darüber nachgedacht, was mir die letzte Dekade so beigebracht hat. Das sind die drei Erkenntnisse, die mich am meisten bewegt haben – vielleicht erkennst du dich selber darin:

1. Das Einzige, das mich zurückhält, bin ich selber

Lange Zeit war ich jemand, der ganz einfach davon überzeugt war, immer das schlechteste Los gezogen zu haben. Dass sich irgendwer, irgendwo – sei es ein Gott, die Sterne,oder das Schicksal – gegen mich verschworen hat. Anders kann man Fehlschläge ja nicht erklären, oder? Und ausserdem geht es allen anderen ja viel besser und sie erreichen immer easy alle ihre Ziele.

Ja, hmmm. Stell dir meine Überraschung vor, als ich irgendwann merkte, dass das nicht stimmt. Dass ICH dafür zuständig bin, meine Träume zu verwirklichen. Denn wenn ich nicht dafür arbeite, macht’s nämlich niemand für mich. Und das alle, die ich so beneidet habe, denen ja angeblich alles in den Schoss gelegt wurde – dass genau diese Menschen genau die gleichen Zweifel, Sorgen und Probleme haben. MANN, war ich baff! Und dann hat’s Klick gemacht.

Kleine Schritte, wie du die Verantwortung für dein Leben selbst in die Hand nehmen kannst:

  • Raus aus der Negativspirale: Werde dir deiner Denkmuster bewusst und versuche aus der Negativität heraus zu kommen
  • Lerne, richtig Ziele zu setzen: Anstatt dich ständig mit riesigen Zielen, die weit in der Ferne liegen, zu überforden, fang mit kleinen Schritten an
  • Fehler und Misserfolge akzeptieren: Du wirst nie zu 100% erfolgreich und perfekt sein, genau so wenig wie alle anderen Menschen. Sobald du das akzeptierst, wirst du anfangen, aus Fehlern zu lernen

2. Es ist okay, sich aus schlechten Situationen zu entziehen

Eine der für mich allerwichtigsten Lektionen in 2018 und 2019 war eine extrem schlechte Arbeitsumgebung mit null Anerkennung, toxischen Arbeitskollegen und genereller Unsicherheit. Diese Situation hat mich so sehr belastet, dass ich davon physische Symptome wie Bauchschmerzen oder Schwindel bekam.

Und das war nicht das erste Mal, das ich in eine ungute Arbeitsumgebung geraten bin. Immer habe ich mich dabei gefragt „Warum ich? Wie habe ich das verdient? Oder liegt es vielleicht einfach an mir? Vielleicht muss ich mich einfach noch mehr anstrengen und alles wegstecken…“

Vielleicht ist es dir beim Lesen aufgefallen: Dabei habe ich die eigentliche Lektion, die mir das Universum mit diesen Erlebnissen beibringen wollte, nämlich völlig missverstanden. Anstatt nämlich einfach nichts zu sagen, mich aufzuopfern und den Fehler ständig bei mir zu suchen, wie ich es in so vielen Situationen (selbst in meiner Kindheit bevor ich je arbeiten ging) auch schon gemacht habe, wurde es nämlich Zeit, Grenzen zu ziehen.

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Einfach mal „Es reicht!“ zu sagen und mich aus einer für mich belastenden Situation zurück zu ziehen. Zu akzeptieren, dass es Dinge und Menschen gibt, die mit denen ich und meine Art einfach nicht zusammen passen. Und dass dies auch völlig okay und gerechtfertigt ist. Niemand muss sich über seine Grenzen hinaus aufopfern – es ist gut und gesund, sich aus so schlechten Situationen zu befreien. Genau so fühlte es sich nämlich auch an, als der Groschen endlich fiel und ich diese Situation verlassen konnte: Befreiung.

Anzeichen, dass du dich in einer toxischen Umgebung/Situation befindest

  • Dein Körper sagt es dir durch verschiedene Symptome: Vielleicht bist du plötzlich oft krank, weil dein Immunsystem nicht mehr mitmacht oder du hast wiederkehrende Schmerzen, vielleicht sogar meistens bevor du dich in die spezifische Situation/Umgebung begibst
  • Du hast Albträume, die mit dieser Umgebung/Situation zu tun haben: Meistens weiss dein Unterbewusstsein ganz genau, was dein Kopf vielleicht verdrängen will oder ganz einfach noch nicht ganz versteht
  • Dein Leben bewegt sich in einer Negativspirale: Plötzlich scheint wirklich alles und jeder schlecht zu sein, deine Laune kommt aus dem Keller gar nicht mehr heraus? Meistens gibt’s dafür einen spezifischen Grund, der alles rundherum runter zieht

3. Nur weil es mich nicht sofort glücklich macht, ist es nicht automatisch schlecht für mich

Die zweite Lektion hat mir den Weg für die dritte und für mich wichtigste Lektion geebnet. Ich hatte eine extrem schwere Zeit in dieser toxischen Umgebung, oft ging es mir nicht gut, ich war sicherlich auch nicht die netteste Gesellschaft für meine Freunde und Familie zu dieser Zeit. Alles war schlecht und nichts wirklich gut genug.

Grund also, wütend zu sein, dass das Universum mir diese Lektion aufgehalst hat, oder? „Wieso ich? Das ist unfair und gemein, man sollte im Leben doch glücklich sein dürfen!“ habe ich mir gedacht und mich aufgeregt.

Irgendwann ist mir aber klar geworden, dass ich mich dabei nur über mich selbst aufgeregt habe. Dass ich es nicht schneller gemerkt habe, dass ich das überhaupt mit mir machen lassen habe. Und DABEI wurde mir klar, warum genau ich genau diese Lektion gebraucht habe. Denn ich hatte es vorher schlichtweg einfach nicht verstanden. Wir Menschen, wir lernen schliesslich selten etwas, wenn es uns einfach so in den Schoss fällt.

Dadurch, dass ich zwar diese schwere Zeit durchmachen musste, ging es mir zu dieser Zeit nicht immer so toll. Was ich aber daraus gelernt habe, wird mein Leben für all die restlichen Jahre, die mir noch bleiben, so viel einfacher und besser machen, dass ich überzeugt bin: Dieses Leiden, Fluchen, verzweifelt, traurig und wütend sein hat sich unendlich gelohnt.

Tipps, wie du lernst, eine Lektion als solche anzunehmen

  • Chance anstatt Fluch: Lerne dich zu fragen, was dir eine schlechte Situation beibringen kann, anstatt dich zu fragen, warum genau dir sowas passieren muss
  • Negatives annehmen: Negative Gefühle gehören genau so zum Spektrum wie positive Gefühle. Wie alles in der Natur stehen auch sie miteinander im Gleichgewicht. Ohne Gut gibt es kein Böse, ohne Licht kein Dunkel und ohne Glück auch keine Traurigkeit. Lerne, auch die negativen Gefühle anzunehmen in dem Wissen, dass darauf irgendwann auch das Positive wieder kommt

Mit diesen drei Erkenntnissen gehe ich jetzt ins 2020 und starte damit nicht nur ein neues Jahr, sondern auch ein neues Jahrzehnt. Und zwar voller Hoffnung, Inspiration und dem Wissen, dass auch in den kommenden Jahren viele neue Herausforderungen und Lektionen auf mich warten werden.

Ich freu mich drauf.